Samstag, 17. November 2018
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Wie nötig brauchen wir einen Papst?

Natürlich brauchen wir einen Papst. Aber nur den, der uns sagt, dass wir keinen brauchen. So haben wir Franziskus, der es richtig macht, wenn die Kirche mehr und mehr dezentralisiert wird. So sind jüngst die Approbationen der liturgischen Bücher an die Bischofskonferenzen der jeweiligen Sprachgruppen gegangen. Ein warhaft kleiner Schritt für die Sache, aber ein großer für die Kirche.

Als nächstes erwarte ich, dass die Auswahl und Wahl der Bischöfe den Diözesen überlassen bleibt. Ich erwarte, dass die Gewissensentscheidung der Wiederverheirateten Geschiedenen ernst genommen wird. Letzteres ist durch das Schreiben "Amoris laetitia" möglich geworden, wenn auch die konservativen Vertreter einer "starren Kirche" vor Wut schäumen.

Wie wird die Kirche der Zukunft aussehen? Sie wird nicht mehr als wohlgeordnete Schlachtreihe (acies bene ordinata) wahrgenommen werden. Nach über 50 Jahren Stillstand und Seitwärtsbewegung ist es an der Zeit im Sinne des Konzils voran zu gehen.

            Das forderte schon Eugen Biser. Nun ist Biser nicht allein. Theodor Schneider, emeritierter Dogmatikprofessor aus Mainz, hat ein Buch vorgelegt: Die aufgegebene Reform. (Grünewaldverlag 2012). Hier trägt er zentrale Aussagen des Konzils zusammen und überlässt es dem Leser, festzustellen, wie weit diese verwirklicht sind. Auffallend ist, dass das neue Bewusstsein des Christen, das das Konzil vermitteln wollte, bei den Christen noch nicht angekommen ist, doch beim Papst ist es angekommen.