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Ursprünge der Fastnacht und des Narrentums

Wenn die Fastnachtszeit beginnt, tauchen auch sofort die bekannten Erklärungen über ihre Herkunft auf: heidnischer Brauch, Wintervertreibung u.ä.m. Nicht erklärt wird allerdings dabei, dass der Fastnachtstermin am Ostertermin angekoppelt ist. Dies war für Werner Mezger der Anlass, den Anfängen der Fastnachtsbräuche nachzugehen. Dabei stieß er auf die Tatsache, dass das Narrentum deutlich älter war, denn schon in der Schrift heißt es: "Der Narr sagt: Es gibt keinen Gott!".

Als sich diese Narrenidee mit den Bräuchen zu Beginn der Fastenzeit verband, war die Fastnacht geboren. Regional unterschiedlich akzentuiert, verlor sie in der Zeit der Aufklärung (18. Jh.) ihre Bedeutung und wurde erst Anfang des 19. Jh. in Köln mit politischen Untertönen wiedergeboren. Von dieser Honoratiorenfastnacht setzten sich im schwäbisch-alemannischen Raum um 1900 die Handwerker ab und belebten wieder die Fasnet des 16. und 15. Jahrhunderts.

Der Vortrag zeigt mit Bildmaterial überzeugend, dass es sich bei der Fastnacht um eine christliche, ja katholische Brauchtumsbildung handelt, die vor gut 500 Jahren entstand.

 

 

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