Donnerstag, 24. Mai 2018
Druckversion der Seite: 9. Der Zölibat - seine Geschichte
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Der Zölibat

Die Ehelosigkeit der Priester ist nicht von Jesus gefordert worden. So wurde der Zölibat eher eine Lebensform der Mönche, die diese als Überwindung der "fleischlichen Versuchungen" verstanden. Tausend Jahre wurde versucht, die verheirateten Priester zum Verzicht der Sexualität zu bewegen. So ist zu erklären, dass in der Orthodoxie und den Kirchen, die mit Rom uniert sind, der Zölibat nicht den Priestern verordnet wird, sondern ausschließlich eine Sache der Ordensleute bleibt und nur für die Bischöfe vorgeschrieben ist, die aus dem Mönchstand genommen werden.

In der katholischen Kirche setzte Papst Innozenz III. (um 1200) mit rigorosen Strafen die Ehelosigkeit durch, wenn es auch immer wieder zur Missachtung dieser Forderung kam. "Wir können die Freiheit der Kirche nicht erreichen, wenn wir nicht die Priester von ihren Frauen befreien", war sein Credo. So hat sich der Zölibat bis heute erhalten, wenn sich auch die Begründungen im Laufe der Geschichte mehrfach änderten.

Der Vortrag zeichnet den Weg dieser Rechtsvorschrift nach und lädt zur Diskussion ein, inwiefern eine solche Forderung, die dem Menschenrecht auf Ehe widerspricht, notwendig und erwünscht ist. Dies besonders auf dem Hintergrund des heutigen Priestermangels.

 

 

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